22.06.2017

Parlamentarischer Abend der sächsischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft

Am 20. Juni 2017 veranstalteten der VSWG und der vdw Sachsen bei hochsommerlichen Temperaturen ihren gemeinsamen Parlamentarischen Abend, auf dem sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Wohnungswirtschaft über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen austauschten.

Der Einladung in das Elements – DELI & Restaurant folgten Sachsens Innenminister Markus Ulbig neben den wohnungspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen, der Fraktionsvorsitzende der Linken Rico Gebhardt, der Oberbürgermeister Dirk Hilbert, die Bürgermeisterin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen Dr. Kristin Klaudia Kaufmann sowie Ansprechpartner aus den sächsischen Ministerien.

Der Freistaat Sachsen und die sächsische Wohnungs- und Immobilienwirtschaft befinden sich in einem wachsenden Spannungsfeld zwischen Chancen, Anforderungen und Hemmnissen. Förderpolitik, auch wenn sie gut gemeint ist, hat nicht immer die erhoffte Wirkung und verschärft die Probleme zum Teil sogar. Eine Unterstützung des sozialen Wohnungsbaus darf den Wegzug aus ländlichen Regionen in die Großstädte nicht noch verstärken und muss auch die Menschen mitnehmen, deren Einkommen gering ist, die aber nicht ausschließlich auf Transferleistungen angewiesen sind. Zudem müssen solche Projekte auch auf lange Frist wirtschaftlich sein, da sich ansonsten kein Unternehmen für die Umsetzung finden wird.

Der Wegzug der Menschen vom Land in wenige Städte hat Folgen für die Wohnungswirtschaft und die Infrastrukturplanungen. Dieser Veränderungsprozess muss aktiv gestaltet werden. Was vorhanden ist und übrig bleibt, muss weiterhin funktionieren und gestaltet werden. Und auch das kostet Geld. Unsere Gesellschaft wird aufgrund der allgemein längeren Lebenserwartung und der bisher anhaltenden geburtenschwachen Jahrgänge immer älter. Der zu erwartende Pflegenotstand, die abnehmende Finanzkraft und der Wegbruch informeller Hilfesysteme werden in den nächsten Jahren vermehrt an Brisanz gewinnen. Den Menschen so lang wie möglich ein Leben in der gewohnten und vertrauten Umgebung zu ermöglichen, gewinnt damit an gesellschaftlicher Bedeutung – vor allem in Bezug auf die Sicherung von anforderungsgerechtem und komfortablem Wohnraum unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit. Die Wohnung entwickelt sich somit immer stärker zum Gesundheitsstandort.

Dr. Viehweger ging abschließend aus aktuellem Anlass auf die Neugründung der WOBA in Dresden ein und betonte, dass er nichts gegen eine WOBA hat, es aber fatal ist, dass eine Rechtsform billiger bauen kann als alle anderen. Auch für Politiker gilt Mathematik und Physik. Allein die Vorgabe, 5.000 Wohnungen innerhalb von zwei Jahren zu bauen, geht wenn überhaupt nur in China, aber nicht in Deutschland.

Auch Staatsminister Ulbig ergriff das Mikrofon und betonte, dass wir versuchen müssen, die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Regionen auszugleichen. Er wünsche sich ein stärkeres Engagement der Krankenkassen, da auch diese davon profitieren, wenn die Bevölkerung länger in der Wohnung leben kann.

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