Sommertour der sozial orientierten Wohnungswirtschaft mit Staatsministerin Regina Kraushaar

Auftakt mit klarer Botschaft

„Man sieht nur, was man weiß.“ – mit diesem Goethe-Zitat eröffnete Staatsministerin Regina Kraushaar die Sommertour des VSWG und vdw Sachsen am 20. August 2025. Damit machte sie deutlich, worum es im Kern ging: Verstehen, Hinschauen und die Bedeutung der sozial orientierten Wohnungswirtschaft erlebbar machen.

Gemeinsam mit dem Präsidium und dem Prüfungsausschuss des Verbandsrates des VSWG, Geschäftsführern der Mitgliedsunternehmen des vdw Sachsen sowie Abteilungsleiterin Annette Rothenberger-Temme, Referent Ulrich Böhringer und Pressesprecherin Annegret Fischer des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung besichtigten wir im Beisein der Staatsministerin verschiedene Bestände in Dresden, Radeberg und Heidenau. Auf dem Programm standen sowohl denkmalgeschützte Objekte, sanierte Wohnungsbestände als auch Bauprojekte, die mit Unterstützung des Landes umgesetzt werden sollen oder bereits erfolgreich realisiert wurden.

Eindrücke vor Ort und Pressegespräch

Den Abschluss der halbtägigen Tour bildete ein Pressegespräch in der Geschäftsstelle der Wohnungsgesellschaft WVH Heidenau. Hier wurde eindrücklich unterstrichen, wie wichtig die Unterstützung durch das Land ist und welche Erfolge bereits sichtbar geworden sind.

Dabei kam auch zur Sprache, dass die Wohnungsunternehmen vor großen finanziellen Herausforderungen stehen. Um die Klimaziele 2045 zu erreichen, müssten allein die sächsischen Wohnungsgenossenschaften noch einmal 17 Milliarden Euro investieren – eine Summe, die der Investitionsleistung seit 1990 entspricht. Mit Antritt der neuen Bundesregierung ist abzusehen, dass hier eine Entlastung bezüglich der Investitionssumme folgen könnte. Zugleich sind die Mieterhöhungsmöglichkeiten begrenzt, da die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ihre Verantwortung für die Mitglieder und Mieter sehr ernst nimmt. So liegt die Nettokaltmiete einer Genossenschaftswohnung im Schnitt bei 5,62 Euro pro Quadratmeter, tatsächlich verbleiben aber nur zwei Cent Überschuss je Quadratmeter für Investitionen.

Auch Leerstand bleibt ein drängendes Thema: Rund zehn Prozent der Bestände der sächsischen Wohnungsgenossenschaften stehen leer, in manchen Regionen sogar bis zu 20 Prozent. Das verursacht jährlich 103 Mio. Euro an Kosten, vor allem durch leerstandsbedingte nicht umlegbare Betriebskosten in Höhe von 24,6 Mio. Euro und eine Erlösschmälerung (entgangene Nettokaltmiete) von 78,5 Mio. Euro. 

VSWG-Vorstand Mirjam Philipp betonte, dass Mieterhöhungen zur Finanzierung notwendiger Investitionen unvermeidlich seien – zugleich aber mit Augenmaß erfolgen müssten, da die Mitglieder entlastet werden sollen.

Verbandsdirektor Alexander Müller (vdw) unterstrich, dass es ohne Anpassung der Mieten kaum möglich sein wird, die Wirtschaftskraft der Unternehmen dauerhaft zu sichern.

Staatsministerin Regina Kraushaar verwies darauf, dass die Mieten in Sachsen bundesweit am niedrigsten seien. Selbst in Dresden und Leipzig liegen sie unter den Durchschnittswerten anderer deutscher Großstädte. Moderate Mieterhöhungen seien daher vertretbar, zumal Renten gestiegen sind und Instrumente wie Wohngeld zusätzliche Entlastung bieten können.

Fazit der Sommertour

Die Tour hat deutlich gemacht: Bezahlbares und sozialorientiertes Wohnen ist keine Selbstverständlichkeit. Es braucht Verlässlichkeit, politische Unterstützung und langfristige Investitionen, um die Balance zwischen sozialer Verantwortung, ökologischen Anforderungen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu sichern.

Die Sommertour war ein starkes Zeichen für die enge Zusammenarbeit zwischen der Politik und der Wohnungswirtschaft, speziell den beiden Verbänden VSWG und vdw Sachsen. Wir danken Staatsministerin Regina Kraushaar für ihre Zeit und ihr Engagement – und dafür, dass sie „sehen und wissen“ wollte.

Hier gelangen Sie zu den Fotoimpressionen der Sommertour.