„Wir pflanzen Zukunft“: Wohnungswirtschaft bündelt Kompetenzen mit Garten- und Landschaftsbau für klimaresiliente, biodiversitätsfördernde und lebenswerte Wohnquartiere

Nachhaltige Wohnquartiere brauchen nicht nur bezahlbaren und zukunftsfähigen Wohnraum, sondern auch attraktive, klimaresiliente und gemeinschaftsfördernde Freiräume. Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) und der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen e. V. (VGL Sachsen) wollen deshalb künftig enger zusammenarbeiten. Bei der Wohnungsgenossenschaft Oschatz/Mügeln eG haben beide Verbände am 7. Oktober 2026 unter dem Motto „Wir pflanzen Zukunft“ eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Kompetenzen der Wohnungswirtschaft und des Garten- und Landschaftsbaus stärker miteinander zu verknüpfen und daraus konkrete Projekte für sächsische Wohnquartiere zu entwickeln.

Marcus Leuner, Referent Energie, Bauen und Technik sowie besonderer Vertreter des VSWG, erklärte beim Pressetermin: „Die Gestaltung unserer Wohnquartiere ist ein wesentlicher Baustein für ihre Zukunftsfähigkeit. Klimaanpassung, Biodiversität und Aufenthaltsqualität müssen dabei gemeinsam gedacht werden. Mit dem Verband des Garten- und Landschaftsbaus gewinnen unsere Mitgliedsgenossenschaften einen starken Partner, mit dem wir neue Ansätze praxisnah erproben und tragfähige Lösungen für unterschiedliche Quartiere entwickeln können.“

Geplant sind unter anderem Pilotprojekte zur Gestaltung und Pflege von Mieter-, Nasch- und Kommunikationsgärten. Brachflächen sollen zu grünen Wohn- und Begegnungsräumen weiterentwickelt und naturnahe Kommunikationsorte im Wohnumfeld geschaffen werden. Feldversuche zu Bepflanzungskonzepten, die sowohl klimaresilient als auch mit Blick auf die langfristigen Pflegekosten wirtschaftlich gestaltet werden können, sind ebenso vorgesehen. Gleichzeitig sollen Projekte zur Eigenversorgung und zum gemeinschaftlichen Gärtnern Möglichkeiten schaffen, die Mitglieder stärker in die Gestaltung ihres unmittelbaren Wohnumfeldes einzubeziehen.

Axel Keul, Geschäftsführer des VGL Sachsen, betonte: „Freiräume in Wohnquartieren erfüllen heute viele Aufgaben gleichzeitig. Sie sollen bei zunehmenden Wetterextremen funktionieren, Lebensräume für Pflanzen sowie Tiere bieten und zugleich Orte sein, an denen Menschen gerne zusammenkommen. Mit der Kooperation können wir die fachliche Kompetenz unserer Branche frühzeitig in die Quartiersentwicklung einbringen und gemeinsam mit den sächsischen Wohnungsgenossenschaften Lösungen entwickeln, die ökologisch sinnvoll, dauerhaft pflegbar und wirtschaftlich umsetzbar sind.“

Neben konkreten Projekten in den Quartieren wollen die beiden Verbände auch den fachlichen Austausch zwischen Wohnungswirtschaft und Garten- und Landschaftsbau intensivieren. Azubi-Projekte sollen jungen Menschen beider Branchen ermöglichen, voneinander zu lernen und praktische Erfahrungen an der Schnittstelle von Wohnen, Freiraumgestaltung und Klimaanpassung zu sammeln. Dass die Zusammenarbeit unmittelbar in den Quartieren sichtbar werden soll, zeigt der Ort der Unterzeichnung. Gastgeber des Pressetermins war die Wohnungsgenossenschaft Oschatz/Mügeln eG.

„Für unsere Mitglieder ist das Wohnumfeld ein wichtiger Teil der Lebensqualität. Grünflächen sind weit mehr als Gestaltungselemente. Sie können Schatten spenden, das Mikroklima verbessern, die biologische Vielfalt fördern und zugleich Begegnung ermöglichen. Deshalb ist es für uns wichtig, neue Konzepte nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern ihre praktische Umsetzung im Quartier in den Blick zu nehmen. Die Kooperation bietet dafür einen sehr guten Rahmen“, so Sven Petzold, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Oschatz/Mügeln eG.

Mit einer gemeinsamen Baumpflanzung setzten die Beteiligten in Oschatz zugleich ein symbolisches Zeichen für den Beginn der Kooperation. Der Baum wurde dankenswerterweise von der Müller Garten- und Landschaftsbau Pflanzenhandels GmbH gesponsert.

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